Rechenzentrums-Baustelle im Morgenlicht: Betonkerne und Stahlskelett, ein Kran hebt ein Technikmodul ein Symbolbild

Sie bauen ein Rechenzentrum? Dann sind Sie hier genau richtig.

Rechenzentrum bauen: Neubau und Erweiterung planen

Von der Machbarkeit bis zur Inbetriebnahme: Wir kennen Planungsbüros, TGA-Fachplaner und Generalunternehmer mit Datacenter-Erfahrung und stellen den direkten Kontakt her. Sie beschreiben das Vorhaben einmal, wir wählen bis zu drei passende Partnerfirmen aus.

Unverbindlich · 7 Fragen zum Thema, etwa zwei Minuten · Danach persönlicher Kontakt

Zuletzt aktualisiert: · Normen, Fristen und Technikstand geprüft

Auf einen Blick

Neubau und Erweiterung: die Eckdaten

Projektdauer
Zwei bis vier Jahre von der Idee bis zur Inbetriebnahme. Den Termin bestimmt fast immer der Netzanschluss.
Flächenbedarf
Etwa 3 m² je luftgekühltem Rack, dazu graue Fläche in Höhe von 80 Prozent (N+1) bis 120 Prozent (2N) der weißen Fläche.
Normen
EN 50600, international ISO/IEC 22237, mit Verfügbarkeitsklassen 1 bis 4; daneben die Tier-Klassifizierung des Uptime Institute.
Pflichten für Neubauten
Ab 300 kW Nennanschlussleistung: PUE höchstens 1,2 und mindestens 10 Prozent wiederverwendete Energie.
Flächen-Rechner öffnen

Ein Rechenzentrum zu bauen heißt, Gebäude, Stromversorgung, Kühlung, Brandschutz und Sicherheit als ein System zu planen. Am Anfang stehen Standort, Netzanschluss, IT-Last im Endausbau und das Redundanzniveau nach EN 50600 oder Tier-Klassifizierung; daraus folgen Flächenbedarf, Technikkonzept und Budget. Der Netzanschluss ist dabei fast immer der Posten mit der längsten Vorlaufzeit und gehört deshalb an den Beginn jedes Vorhabens.

Über das Netzwerk erreichen Sie geprüfte Planungsbüros, TGA-Fachplaner, Generalunternehmer und Fachbetriebe für Einzelgewerke, vom Serverraum bis zum Rechenzentrum mit mehreren Megawatt. Für die Zeit bis zur Fertigstellung kennen wir Anbieter für mobile Rechenzentren, die Gewerke Kälte und Strom finden Sie vertieft unter Rechenzentrum Kühlung und Stromversorgung.

Was sich beim Bau von Rechenzentren gerade ändert

Wer heute ein Rechenzentrum plant, entscheidet über drei Dinge früher als noch vor wenigen Jahren: über den Netzanschluss, über den Abnehmer der Abwärme und darüber, ob die Fläche später flüssiggekühlte Racks tragen kann. Diese Übersicht hält den Stand fest, den wir bei der letzten Aktualisierung geprüft haben.

  • Neubauten starten mit PUE 1,2 und Abwärmequote

    Rechenzentren ab 300 kW, die seit dem 1. Juli 2026 in Betrieb gehen, müssen einen Jahres-PUE von höchstens 1,2 einhalten und mindestens 10 Prozent der aufgenommenen Energie wiederverwenden; bei Inbetriebnahme ab Juli 2027 sind es 15, ab Juli 2028 20 Prozent. Das verschiebt eine Frage nach vorn: Wer nimmt die Wärme ab? Ohne Abnehmer gibt es keine Quote, und ein Abnehmer lässt sich nicht nachträglich an ein fertiges Gebäude anschließen. Die Suche gehört deshalb in die Machbarkeitsstudie, zusammen mit der Abwärmeplanung.

  • Die kommunale Wärmeplanung ist in Großstädten Arbeitsgrundlage

    Nach dem Wärmeplanungsgesetz mussten Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern ihre Wärmeplanung bis zum 30. Juni 2026 vorlegen, kleinere Kommunen haben bis Mitte 2028 Zeit. Für ein Bauvorhaben ist das mehr als Verwaltungsarbeit: Die Pläne zeigen, wo Wärmenetze bestehen oder entstehen sollen, und damit, ob sich ein Abwärmeanschluss am gewählten Standort überhaupt rechnet. Das Gespräch mit dem Netzbetreiber lohnt sich, bevor das Grundstück gekauft ist.

  • Planungsgröße 2026

    KI-Flächen verändern Statik, Trassen und Anschlusswerte

    Racks mit 40 bis über 130 kW sind flüssiggekühlt deutlich schwerer als klassische Schränke, brauchen Rohr- statt nur Kabeltrassen und verschieben das Verhältnis von weißer zu grauer Fläche. Auch wenn heute noch keine KI-Systeme einziehen: Mindestens eine Fläche sollte flüssigkühlfähig ausgelegt werden — mit ausreichender Traglast, Steigezonen für einen zweiten, wärmeren Wasserkreis und Stellplätzen für Kühlverteiler. Nachrüsten ist möglich, aber teurer als vorsehen.

  • Planungsgröße 2026

    Die Standortwahl folgt dem Netz, nicht dem Grundstückspreis

    In Regionen mit hoher Rechenzentrumsdichte sind Anschlusskapazitäten knapp, und Kommunen mit vielen Ansiedlungen steuern Neubauten zunehmend über eigene Planwerke, teils mit Auflagen zu Abwärmenutzung, Kühltechnik oder Gestaltung. Eine Machbarkeitsstudie vergleicht deshalb früh mehrere Standorte samt verfügbarer Anschlussleistung, Wärmenetzsituation und kommunaler Haltung — und nicht erst die Baukosten.

  • Trend 2026

    Vorgefertigte Technikmodule verkürzen die Bauzeit

    Kälte- und Stromtechnik wird häufiger als werkseitig vorgefertigtes Modul geliefert, geprüft angeliefert und vor Ort nur noch angeschlossen. Das verlagert Arbeit von der Baustelle ins Werk, verkürzt die Montagezeit und macht Qualität besser prüfbar. Der Preis dafür: Schnittstellen und Leistungsdaten müssen früher feststehen. Dieselbe Logik in größerem Maßstab nutzen modulare und Container-Rechenzentren.

Stand der genannten Regelwerke ist das Datum der letzten Aktualisierung dieser Seite. Verbindlich sind der jeweils geltende Gesetzes- und Normenstand, die Landesbauordnung und die Vorgaben der zuständigen Behörden.

Der Terminplan eines Neubaus: warum der Netzanschluss den Takt vorgibt

Machbarkeit, Planung, Rohbau und Technikmontage lassen sich überlappen. Der Netzanschluss nicht: Antrag, Zusage des Netzbetreibers und Lieferung von Transformatoren und Schaltanlage laufen über Jahre und bestimmen deshalb fast immer den Termin der Inbetriebnahme.

Phasen eines Rechenzentrumsneubaus über 36 Monate mit dem Netzanschluss als kritischem Pfad Balkenplan über 36 Monate: Machbarkeit und Konzept Monat 0 bis 4, Fachplanung und Genehmigung Monat 3 bis 12, Netzanschluss vom Antrag bis zur Lieferung von Transformatoren und Schaltanlage Monat 2 bis 24, Rohbau und graue Fläche Monat 12 bis 26, TGA-Montage Monat 18 bis 30, Abnahmetests und Inbetriebnahme Monat 30 bis 34. Der Netzanschluss ist hervorgehoben, weil er meist den Terminplan bestimmt. Neubau mit 1 bis 5 MW, Richtwerte Monat 0 Monat 6 Monat 12 Monat 18 Monat 24 Monat 30 Monat 36 Machbarkeit und Konzept Fachplanung und Genehmigung Netzanschluss: Antrag bis Lieferung Rohbau und graue Fläche TGA-Montage: Kälte, Strom, Brandschutz Abnahmetests und Inbetriebnahme Kritischer Pfad: Netzbetreiber, Transformatoren, Schaltanlage
Balkenplan über 36 Monate für ein Vorhaben mit 1 bis 5 MW IT-Last, Richtwerte. Der Netzanschluss ist hervorgehoben, weil er als kritischer Pfad meist früher beginnen muss als die eigentliche Planung. Kleinere Vorhaben verkürzen sich, Umnutzungen von Bestandsgebäuden verschieben die Gewichte zwischen Rohbau und Technik.

Rechenzentrum bauen: Leistungen im Überblick

Machbarkeit und Konzeptplanung

Am Anfang stehen Standort, Leistungsdichte und Redundanzkonzept. Partner prüfen Netzanschluss, Kühlpotenzial, Flächenbedarf, Genehmigungsfähigkeit und Anbindung an Glasfaser und Wärmenetze, bevor eine Zeile Ausführungsplanung entsteht. Die Machbarkeitsstudie liefert Kostenrahmen, Terminplan und die Entscheidungsgrundlage für Neubau, Umnutzung oder Erweiterung.

  • Standort-, Netzanschluss- und Genehmigungsprüfung
  • Leistungsdichte je Rack und Ausbaustufen festlegen
  • Redundanzkonzept N+1 oder 2N nach EN 50600 oder Tier

TGA-Fachplanung

Kälte, Strom, Brandschutz und Gebäudeautomation greifen im Rechenzentrum unmittelbar ineinander. Die Fachplaner im Netzwerk legen die Gewerke gemeinsam aus, statt sie nacheinander zu addieren, und planen Trassen, Technikräume und Schnittstellen zur Gebäudeleittechnik von Anfang an mit. Ergebnis sind Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung sowie die Ausschreibung.

  • Kälte-, Elektro-, Brandschutz- und Automationsplanung aus einer Hand
  • Leitungsführung, Trassen und Technikräume
  • Ausschreibung, Vergabe und Bauüberwachung

Weiße und graue Fläche

Die weiße Fläche trägt IT-Racks, Doppelboden, Kalt- und Warmgang-Einhausung und die Stromverteilung bis zum Rack. Die graue Fläche nimmt Kälteerzeugung, USV, Batterieräume, Netzersatzanlage und Mittelspannung auf. Das Verhältnis beider Flächen und ihre Anordnung entscheiden über Erweiterbarkeit, Wartbarkeit und Brandabschnitte.

  • Racklayout, Einhausung und Doppelboden
  • Technikräume für Kälte, USV, Batterien und Mittelspannung
  • Brandabschnitte, Fluchtwege und Anlieferung

Generalunternehmer und Einzelvergabe

Für schlüsselfertige Vorhaben stellen wir den Kontakt zu Generalunternehmern mit Datacenter-Referenzen her, die Bau und Technik mit einem Vertrag und einem Ansprechpartner liefern. Alternativ bleibt die Einzelvergabe je Gewerk möglich, wenn Sie die Steuerung im Haus behalten wollen. Beide Wege enden mit integrierten Abnahmetests, bei denen Kälte, Strom und Brandschutz unter Last zusammen geprüft werden.

  • Schlüsselfertige Vergabe oder Einzelgewerke
  • Terminplanung mit Ausbaustufen und Meilensteinen
  • Integrierte Abnahmetests und Inbetriebnahme

Erweiterung im laufenden Betrieb

Erweiterungen finden meist statt, während die Bestandsanlage produktiv läuft. Entscheidend sind Umschaltkonzepte, temporäre Versorgung mit Mietkälte oder Aggregaten und ein Bauablauf ohne Abschaltfenster. Staubschutz, Zutrittsregelung und getrennte Brandabschnitte sichern den Betrieb der bestehenden IT während der Bauzeit.

  • Umschalt- und Rückfallkonzepte für Kälte und Strom
  • Temporäre Versorgung während der Bauphase
  • Staubschutz, Zutrittsregelung und getrennte Brandabschnitte

Tier-Klassen und Verfügbarkeitsklassen im Vergleich

Zwei Systeme beschreiben, wie ausfallsicher ein Rechenzentrum gebaut ist: die Tier-Klassifizierung des Uptime Institute und die Verfügbarkeitsklassen der EN 50600, international ISO/IEC 22237. Die Tabelle stellt sie nebeneinander.

Tier-Klassen des Uptime Institute und Verfügbarkeitsklassen nach EN 50600
Klasse Aufbau der Versorgung Wartung im laufenden Betrieb Verträgt Rechnerische Verfügbarkeit
Tier I · Verfügbarkeitsklasse 1 Ein Versorgungspfad, keine redundanten Komponenten nein, Abschaltung nötig keinen Ausfall der Infrastruktur 99,671 %
Tier II · Verfügbarkeitsklasse 2 Ein Versorgungspfad, redundante Komponenten (N+1) teilweise Ausfall einer Komponente 99,741 %
Tier III · Verfügbarkeitsklasse 3 Mehrere Pfade, einer aktiv, Komponenten mindestens N+1 ja, ohne Abschaltung der IT Ausfall einer Komponente, Wartung eines Pfads 99,982 %
Tier IV · Verfügbarkeitsklasse 4 Zwei aktive, vollständig getrennte Pfade, 2N oder 2(N+1) ja, ohne Abschaltung der IT Ausfall eines ganzen Pfads im Betrieb 99,995 %

Die Zuordnung ist eine Orientierung: Tier-Klassifizierung und Verfügbarkeitsklassen sind nicht deckungsgleich und werden unterschiedlich geprüft. Beide beschreiben die Auslegung der Infrastruktur, nicht die tatsächlich erreichte Verfügbarkeit im Betrieb; die entsteht erst durch Wartung und Betriebsführung. Was die Prozentwerte an Ausfallminuten bedeuten, rechnet der Verfügbarkeits-Rechner; die Redundanzstufen der Stromversorgung vertieft die Redundanztabelle.

Weiße, graue und Nebenflächen: was wohin gehört

Der Flächenbedarf eines Rechenzentrums ist deutlich größer als die IT-Fläche. Die Tabelle zeigt, welche Bereiche dazugehören und welche Richtwerte für die erste Abschätzung gelten.

Flächenarten im Rechenzentrum mit Richtwerten für die Vorplanung
Fläche Was darin steht Richtwert Worauf es ankommt
Weiße Fläche IT-Racks, Doppelboden, Kalt- und Warmgang-Einhausung, Stromverteilung bis zum Rack etwa 3 m² je Rack bei Luftkühlung, etwa 2,5 m² bei Flüssigkühlung, jeweils mit Gängen Leistungsdichte je Rack, Gangbreiten, Erweiterbarkeit in Ausbaustufen
Graue Fläche Kälteerzeugung, USV, Batterieräume, Netzersatzanlage, Mittelspannung, Verteilungen etwa 80 % der weißen Fläche bei N+1, etwa 120 % bei 2N Trennung der Pfade, Brandabschnitte, Wartungsgänge, Anlieferung
Nebenflächen Anlieferung, Lager, Werkstatt, Leitstand, Sozial- und Büroräume, Verkehrsflächen etwa 25 % von weißer und grauer Fläche zusammen Zutrittszonen, Fluchtwege, Warenannahme für Rackanlieferung
Außenflächen Rückkühler, Tankanlage, Trafostation, Zufahrt, Perimetersicherung projektabhängig, oft in der Größe der Gebäudefläche Schallschutz zur Nachbarschaft, Abstandsflächen, Kranstellflächen

Richtwerte für die Vorplanung; die verbindlichen Flächen ergeben sich aus Racklayout, Kühlkonzept und Redundanzstufe. Eine erste Größenordnung für Ihr Vorhaben liefert der Flächen- und Leistungsrechner.

Wann Unternehmen ein Rechenzentrum bauen oder erweitern

Diese Anlässe führen am häufigsten zu einer Anfrage. Nennen Sie Ihren Anlass und die Phase, dann stellen wir den Kontakt zu Partnerfirmen her, die genau diese Aufgabe kennen.

Bestand voll oder am Ende der Nutzungsdauer

Fläche, Kälte oder Strom sind ausgereizt, die Technik ist 15 bis 20 Jahre alt. Sanierung, Erweiterung oder Neubau werden gegeneinander gerechnet.

Neue Leistungsdichten für KI und HPC

GPU-Systeme mit 100 kW und mehr je Rack passen nicht in klassische Flächen. Neubau oder Umbau mit Flüssigkühlung und verstärkter Stromversorgung stehen an.

Rückholung aus der Cloud oder Colocation

Kosten, Datenschutz oder Latenz sprechen für ein eigenes Rechenzentrum. Gefragt ist eine Machbarkeitsstudie mit Vergleich zu Colocation und Container.

Umnutzung eines Bestandsgebäudes

Hallen, Bürogebäude oder Bunker werden zum Rechenzentrum. Statik, Netzanschluss und Brandschutz entscheiden, ob sich die Umnutzung lohnt.

Edge-Standorte und Industrie

Produktion und Logistik brauchen Rechenleistung vor Ort. Kleine Rechenzentren am Standort werden geplant oder als Container-Datacenter umgesetzt.

Rechner

Flächen- und Leistungsrechner für Neubau und Erweiterung

Aus IT-Last, Leistungsdichte, Kühlkonzept und Redundanz schätzt der Rechner Rackzahl, weiße und graue Fläche, den Gesamtflächenbedarf und die nötige Anschlussleistung. Das reicht, um Grundstücke zu bewerten und ein erstes Gespräch mit dem Netzbetreiber zu führen.

Klassische Flächen 5 bis 15 kW, KI- und HPC-Racks 40 bis über 130 kW

Racks im Endausbau
–
Weiße Fläche
–m²
Graue Fläche
–m²
Gebäudefläche mit Nebenflächen
–m²
Nötiger Netzanschluss
–
Größenordnung der Projektdauer
–

Annahmen: 3 m² je Rack bei Luftkühlung und 2,5 m² bei Flüssigkühlung jeweils inklusive Gängen; graue Fläche 80 Prozent der weißen bei N+1 und 120 Prozent bei 2N; Nebenflächen 25 Prozent; Anschlussleistung mit einem Auslegungs-PUE von 1,3. Richtwerte für die Vorplanung, keine Auslegung: Racklayout, Brandabschnitte und Bestandsgeometrie verschieben die Werte. Die Gewerke rechnen der Kälteleistungs-Rechner und der USV- und NEA-Rechner. Alle Rechner im Überblick: Rechner und Tabellen.

Beispielprojekte: Rechenzentrum bauen und erweitern

Drei anonymisierte Beispiele zeigen, wie solche Vorhaben in der Praxis ablaufen: Ausgangslage, Lösung und Ergebnis. Die Eckdaten sind gerundet, die Beschreibungen anbieter- und herstellerneutral.

Machbarkeitsstudie für die Umnutzung einer Industriehalle

  • 3 MW Zielausbau
  • Drei Varianten verglichen
  • Entscheidung nach zwölf Wochen
Ausgangslage
Ein Unternehmen wollte wissen, ob eine leer stehende Halle auf dem Werksgelände zum Rechenzentrum mit 3 MW werden kann oder ob Colocation die bessere Option ist.
Lösung
Ein Planungsbüro prüfte Statik, Brandschutz, Netzanschluss, Glasfaseranbindung, Kühlpotenzial und Genehmigungsfähigkeit und stellte drei Varianten mit Kostenrahmen, Terminplan und Betriebskosten über 15 Jahre gegenüber: Umnutzung, Neubau auf dem Gelände und Colocation.
Ergebnis
Die Studie lag nach zwölf Wochen vor. Die Umnutzung erwies sich als wirtschaftlich, weil der Netzanschluss des Werks ausreichte; die Fachplanung wurde auf dieser Grundlage beauftragt.

Neubau eines Unternehmensrechenzentrums nach EN 50600

  • 2 MW IT-Last
  • Verfügbarkeitsklasse 3
  • PUE-Auslegung 1,2
Ausgangslage
Ein Konzern ersetzte zwei gewachsene Rechenzentren aus den 1990er-Jahren durch einen Neubau. Gefordert waren Wartbarkeit ohne Abschaltung, die Grenzwerte des Energieeffizienzgesetzes und eine Abwärmenutzung ab dem ersten Betriebsjahr.
Lösung
Ein Generalunternehmer mit Datacenter-Referenzen lieferte Gebäude und Technik schlüsselfertig: 2N-Stromversorgung, indirekte freie Kühlung mit vorbereitetem Warmwasserkreis für künftige Flüssigkühlung, Inertgas-Löschanlage, Zonenkonzept und Wärmeübergabe an das Betriebsgelände. Die integrierten Abnahmetests prüften Kälte, Strom und Brandschutz unter Last mit Lastbänken.
Ergebnis
Die Inbetriebnahme erfolgte 24 Monate nach Baubeginn. Im ersten vollen Betriebsjahr lag der PUE bei 1,22, die Abwärme versorgt die Werkshallen; die Zertifizierung nach EN 50600 folgte im zweiten Jahr.

Erweiterung um 600 kW im laufenden Betrieb

  • Neuer Brandabschnitt am Bestand
  • Mietkälte während der Umschaltung
  • Kein Abschaltfenster
Ausgangslage
Ein Rechenzentrum mit 1 MW war voll, ein Neubau nicht gewünscht. Auf dem Grundstück war Platz für einen Anbau, der als eigener Brandabschnitt an Kälte- und Stromversorgung des Bestands angebunden werden sollte.
Lösung
Ein TGA-Fachplaner und ein Generalunternehmer planten die Erweiterung mit Umschaltkonzepten für Kälte und Strom: Während der Anbindung an das Kaltwassernetz sicherte Mietkälte den Bestand, die Stromversorgung wurde um einen zusätzlichen USV-Pfad erweitert. Staubschutz, Zutrittsregelung und getrennte Brandabschnitte schützten die laufende IT.
Ergebnis
Die neue Fläche mit 600 kW ging nach 14 Monaten in Betrieb, ohne dass die Bestandsanlage abgeschaltet wurde. Die Umschaltungen dauerten jeweils weniger als zehn Minuten und liefen mit dokumentierter Rückfallebene.

Die Beispiele sind anonymisiert und beschreiben typische Vorhaben. Firmennamen, Standorte und Produkte nennen wir nur mit Freigabe der Beteiligten.

Kostenfaktoren für Neubau & Erweiterung

Was der Bau eines Rechenzentrums kostet, wird in der Branche je Megawatt IT-Last kalkuliert. Die Spanne ist groß; diese Faktoren bestimmen sie:

  • IT-Last im Endausbau und Leistungsdichte je Rack
  • Redundanzniveau N+1, 2N oder 2N+1 und angestrebte Verfügbarkeitsklasse
  • Kühltechnik: Luftkühlung, freie Kühlung oder Flüssigkühlung
  • Netzanschluss, Mittelspannungsstation und Anschlussbeitrag des Netzbetreibers
  • Neubau, Umnutzung oder Erweiterung im laufenden Betrieb
  • Sicherheitsausstattung: Brandschutz, Zutritt, Perimeter
  • Genehmigungen, Baugrund, Lärmschutz und Abwärmenutzung
  • Vergabeform: Generalunternehmer oder Einzelgewerke, Ausbaustufen

Diese Angaben brauchen Anbieter für ein Angebot

Diese Angaben brauchen Planer und Generalunternehmer für ein belastbares Angebot. Was Sie noch nicht wissen, klären wir im Rückruf.

  1. 01 IT-Last in kW oder MW, heute und im Endausbau
  2. 02 Gefordertes Redundanzniveau und relevante Normen oder Zertifizierungen
  3. 03 Standort: Grundstück, Bestandsgebäude, Netzanschluss und Glasfaser
  4. 04 Phase des Vorhabens: Idee, Machbarkeit, Planung oder Ausschreibung
  5. 05 Gewünschte Leistung: Studie, Fachplanung, Generalunternehmer oder Einzelgewerke
  6. 06 Zeitplan und Budgetrahmen, soweit bekannt

Häufige Fragen zum Thema Neubau & Erweiterung

Was kostet der Bau eines Rechenzentrums?

Die Investition wird branchenüblich je Megawatt IT-Last kalkuliert und bewegt sich im Bereich mehrerer Millionen Euro je Megawatt. Die Spanne ist groß, weil Redundanz, Kühltechnik, Netzanschluss und Sicherheitsausstattung den Preis stärker bestimmen als das Gebäude selbst. Eine Machbarkeitsstudie liefert den belastbaren Kostenrahmen für Ihr Vorhaben.

Wie lange dauert es, ein Rechenzentrum zu bauen?

Von der Idee bis zur Inbetriebnahme vergehen meist zwei bis vier Jahre: sechs bis zwölf Monate für Machbarkeit, Planung und Genehmigung, zwölf bis 24 Monate für Bau und Technik, dazu Abnahmetests. Häufig bestimmt der Netzanschluss den Terminplan, weil Trafos, Schaltanlagen und die Zusage des Netzbetreibers lange Vorlaufzeiten haben.

Welche Normen gelten für den Bau eines Rechenzentrums?

In Europa ist die Normenreihe EN 50600 maßgeblich, international als ISO/IEC 22237 übernommen. Sie beschreibt Gebäude (Teil 2-1), Stromversorgung (2-2), Umgebungsbedingungen und Kühlung (2-3), Verkabelung (2-4), physische Sicherheit (2-5) und Betrieb (3-1) in Verfügbarkeits- und Schutzklassen 1 bis 4; Teil 4 definiert Kennzahlen wie PUE, ERF und WUE. International verbreitet ist die Tier-Klassifizierung des Uptime Institute. Hinzu kommen Landesbauordnung, Brandschutznormen und das Energieeffizienzgesetz; Anbieter von Rechenzentrumsdiensten fallen unter die NIS-2-Pflichten zur Cybersicherheit, Rechenzentren ab 3,5 MW vertraglich vereinbarter Leistung gelten als kritische Infrastruktur nach BSI-Gesetz. Ergänzend kommen ISO 27001 oder der IT-Grundschutz des BSI in Betracht.

Welche Genehmigungen braucht ein Rechenzentrum?

In der Regel eine Baugenehmigung mit Brandschutznachweis, für Netzersatzanlagen je nach Feuerungswärmeleistung und Betriebsstunden eine Anzeige nach der 44. BImSchV oder eine Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz, gegebenenfalls wasserrechtliche Erlaubnisse für Kühlwasser und Auflagen zum Lärmschutz. Ab 300 kW Nennanschlussleistung greifen zudem die Pflichten des Energieeffizienzgesetzes. Die Partner klären die Anforderungen in der Machbarkeitsphase.

Was ist der Unterschied zwischen Tier III und Tier IV?

Tier III verlangt, dass jede Komponente gewartet werden kann, ohne die IT abzuschalten, also parallele Versorgungspfade mit mindestens N+1. Tier IV fordert zusätzlich Fehlertoleranz: Ein einzelner Ausfall darf keine Auswirkung haben, was in der Praxis 2N oder 2(N+1) über die gesamte Kette bedeutet. EN 50600 bildet vergleichbare Stufen als Verfügbarkeitsklassen 1 bis 4 ab; beide Systeme lassen sich aber nicht eins zu eins ineinander übersetzen, weshalb Ausschreibungen das Zielsystem eindeutig benennen sollten.

Kann ein Rechenzentrum im laufenden Betrieb erweitert werden?

Ja, das ist der Regelfall. Voraussetzung sind Umschaltkonzepte für Kälte und Strom, temporäre Versorgung während kritischer Phasen, getrennte Brandabschnitte und ein Bauablauf ohne Abschaltfenster. Partner mit Erfahrung im laufenden Betrieb planen jeden Eingriff mit Rückfallebene.

Anfrage zu diesem Thema

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Die Anfrage zu diesem Thema stellt nur Fragen, die die Fachfirmen für ein belastbares Angebot brauchen. Was Sie noch nicht wissen, lassen Sie offen. Wir klären es im Erstgespräch und stellen dann den direkten Kontakt zu bis zu drei Partnerfirmen in Ihrer Region her.

  1. 1Vorhaben
  2. 2Leistung
  3. 3IT-Last
  4. 4Redundanz
  5. 5Beschaffung
  6. 6Angebot
  7. 7Zeitpunkt
  8. 8Standort
  9. 9Rahmen
  10. 10Kontakt