Eine Rechenzentrum Kühlung hält die Zulufttemperatur an den Racks im zulässigen Bereich und führt die Wärme der IT zuverlässig ab. Welche Technik passt, hängt von der Leistungsdichte je Rack, vom Standortklima und vom geforderten Redundanzniveau ab: Luftkühlung mit Umluftkühlgeräten deckt klassische Leistungsdichten ab, freie Kühlung senkt die Betriebsstunden der Kältemaschine, und ab hohen Rackleistungen führt der Weg zur Flüssigkühlung direkt am Prozessor.
Über das Netzwerk erreichen Sie geprüfte Fachbetriebe für Kälteanlagenbau, Kaltwassersysteme, Klimatisierung und Flüssigkühlung. Sie beschreiben Ihr Vorhaben einmal, wir prüfen die Angaben von Hand und stellen den Kontakt zu bis zu drei Fachbetrieben her. Fällt die Kälte kurzfristig aus, hilft die mobile Notkälte; wer die Abwärme weiterverwenden will, findet die Optionen unter Abwärmenutzung.
Was sich bei der Rechenzentrumskühlung gerade ändert
Drei Entwicklungen bestimmen derzeit jede Kälteplanung: die Grenzwerte des Energieeffizienzgesetzes, der Ausstieg aus Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial und Rackleistungen, die Luftkühlung endgültig überfordern. Diese Übersicht hält den Stand fest, den wir bei der letzten Aktualisierung geprüft haben.
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Neue Rechenzentren müssen einen PUE von 1,2 erreichen
Für Anlagen, die seit dem 1. Juli 2026 in Betrieb gehen, verlangt das Energieeffizienzgesetz einen Jahres-PUE von höchstens 1,2. Das ist mit einer klassischen Kältemaschine als Dauerläufer nicht zu halten: Gefragt sind freie Kühlung als Regelbetrieb, Vorlauftemperaturen ab 20 °C, hohe Zulufttemperaturen und eine Kältemaschine, die nur noch an Spitzentagen anspringt. Bestandsanlagen haben bis 1. Juli 2027 Zeit für 1,5 und bis 1. Juli 2030 für 1,3; die Tabelle der EnEfG-Anforderungen ordnet die Fristen dem Inbetriebnahmejahr zu.
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R-410A und R-134a fallen für neue Kaltwassersätze weg
Die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 verbietet ab 2027 neue Kaltwassersätze mit einem Treibhauspotenzial ab 750, bei Geräten bis 12 kW bereits ab 150. Wer 2026 oder 2027 ausschreibt, legt die Anlage deshalb gleich auf R-1234ze, R-513A, R-454B oder ein natürliches Kältemittel aus. Parallel sinken die Quoten für teilfluorierte Kältemittel weiter, was Preise und Verfügbarkeit für den Service von Bestandsanlagen trifft — ein Argument, den Ersatz alter Anlagen nicht bis zum Schadensfall aufzuschieben. Die Kältemitteltabelle zeigt den Status je Kältemittel.
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Technikstand 2026
KI-Racks verschieben die Grenze zur Flüssigkühlung nach unten
Aktuelle GPU-Systeme für KI-Training liegen bei 100 bis über 130 kW je Rack und werden ab Werk flüssiggekühlt ausgeliefert; angekündigte Systemgenerationen zielen auf mehrere hundert Kilowatt je Rack. In der Praxis heißt das: Kühlverteiler je Reihe, ein Warmwasserkreis nach den ASHRAE-Klassen W32 bis W45, ganzjährige Rückkühlung ohne Kältemaschine — und eine Restluftlast von 10 bis 30 Prozent, die Rücktürkühler oder Reihenkühler übernehmen. Luftkühlung verschwindet nicht, sie wird zur zweiten Ebene. Wer die Technik im Original sehen will, findet Kühlverteiler, Rücktürkühler und Immersionssysteme auf den Fachmessen der Branche, etwa der Chillventa in Nürnberg oder der Data Centre World in Frankfurt.
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Technikstand 2026
Bestandsflächen werden hybrid nachgerüstet statt ersetzt
Wer Flächen betreibt, die für 5 bis 10 kW je Rack gebaut wurden, rüstet sie zunehmend hybrid nach: ein zweiter, wärmerer Kreis parallel zum vorhandenen Kaltwassernetz, Kühlverteiler in der Reihe, Rücktürkühler für die Restlast. Vor der Entscheidung stehen drei Prüfungen, die Fachbetriebe früh machen sollten: Traglast des Doppelbodens für flüssiggekühlte Racks, Platz für zusätzliche Rohrtrassen und ein Konzept für Leckageüberwachung und Fluidqualität.
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Trend 2026
Neben dem Strom wird der Wasserverbrauch zum Thema
Adiabate Befeuchtung senkt an heißen Tagen den Strombedarf, kostet aber Wasser. Genehmigungsbehörden, Kommunen und Kunden fragen deshalb neben dem PUE immer häufiger den WUE nach ISO/IEC 30134-9 ab. Viele Neuanlagen werden inzwischen bewusst trocken rückgekühlt und dafür mit etwas höheren Vorlauftemperaturen ausgelegt. Wer adiabat kühlt, sollte Wasserbezug, Aufbereitung und Hygiene von Anfang an mitplanen.
Stand der genannten Regelwerke ist das Datum der letzten Aktualisierung dieser Seite. Verbindlich ist der jeweils geltende Gesetzes- und Normenstand; die Partnerfirmen ordnen Ihre Anlage im Einzelfall ein.
So funktioniert die Kühlung im Rechenzentrum: Luftführung und freie Kühlung
Das Schema zeigt den Kreislauf einer luftgekühlten Fläche: Umluftkühler, Doppelboden, eingehauster Kaltgang, Warmgänge und der Kaltwassersatz mit freier Kühlung, der die Außenluft als Kältequelle nutzt.
Rechenzentrum Kühlung: Leistungen im Überblick
Freie Kühlung, direkt und indirekt
Freie Kühlung nutzt die Außenluft als Kältequelle und ist der wirksamste Hebel für einen niedrigen PUE-Wert; das Schema oben zeigt die Einbindung in den Kaltwasserkreis. Direkte freie Kühlung führt gefilterte Außenluft in den IT-Raum, indirekte freie Kühlung trennt Innen- und Außenluft über einen Wärmeübertrager und hält Feuchte und Staub draußen. In Mitteleuropa deckt freie Kühlung je nach Zulufttemperatur den größten Teil der Jahresstunden ab, die Kältemaschine läuft nur noch an warmen Tagen.
- Direkte freie Kühlung mit gefilterter Außenluft
- Indirekte freie Kühlung über Luft-Luft-Wärmeübertrager
- Adiabate Unterstützung für Spitzentage, mit Blick auf den Wasserverbrauch (WUE)
Kaltwassersysteme und Kaltwassersätze
Kaltwassersätze erzeugen Kälte zentral und versorgen mehrere Räume oder Gebäude über ein Kaltwassernetz. Höhere Vorlauftemperaturen von 18 bis 24 °C erweitern das Fenster für freie Kühlung erheblich und senken den Stromverbrauch der Kältemaschinen; Kreise für Flüssigkühlung laufen nach den ASHRAE-Klassen W32 bis W45 mit 32 bis 45 °C und kommen in Mitteleuropa meist ganz ohne Kältemaschine aus. Redundante Erzeuger, Pumpen und Kältespeicher sichern den Betrieb, wenn eine Komponente ausfällt oder gewartet wird.
- Kaltwassersätze mit freier Kühlung im Verbund
- Kältespeicher als Puffer für Umschaltvorgänge
- Redundante Erzeuger, Pumpen und Verteiler
CRAC- und CRAH-Einheiten
Umluftkühlgeräte übernehmen die Luftführung im IT-Raum. CRAC-Geräte arbeiten mit Direktverdampfung, CRAH-Geräte mit Kaltwasser aus dem zentralen Netz. In Verbindung mit einer Kalt- und Warmgang-Einhausung vermeiden sie Luftkurzschlüsse und erlauben höhere Zulufttemperaturen bei gleichbleibender Sicherheit. Reihenkühler zwischen den Racks verkürzen die Luftwege bei hohen Leistungsdichten.
- Umfangs- und Reihenaufstellung im IT-Raum
- Kalt- und Warmgang-Einhausung gegen Luftkurzschlüsse
- Rücktürkühler für einzelne Racks mit 20 bis 40 kW
- Regelung nach Rack-Zulufttemperatur statt Rücklufttemperatur
Direct-to-Chip und Flüssigkühlung
Bei Rackleistungen von 30 kW und mehr stößt Luftkühlung an physikalische Grenzen. Direct-to-Chip-Kühlung führt die Wärme über Kühlplatten direkt am Prozessor ab, Immersionskühlung taucht die gesamte Hardware in ein dielektrisches Fluid. Beide Verfahren erlauben hohe Rücklauftemperaturen von 45 bis 60 °C und machen die Abwärme deutlich besser nutzbar als Luftkühlung. Aktuelle KI-Systeme liegen bei 100 bis über 130 kW je Rack und werden ab Werk für Flüssigkühlung ausgelegt; Kühlverteiler (CDU) trennen dabei den Technikkreis vom Kreis an den Kühlplatten. Welche Technik zu welcher Leistungsdichte passt, zeigt die Vergleichstabelle der Kühlverfahren.
- Kühlplatten am Prozessor mit Kühlverteilern je Rack
- Immersionskühlung für höchste Leistungsdichten
- Hybridbetrieb aus Flüssig- und Luftkühlung im Bestand
Kälte-Hub für mehrere Abnehmer
Ein Kälte-Hub bündelt die Kälteerzeugung für mehrere Gebäude, Mieter oder Campus-Abschnitte. Betrieb, Redundanz und Wartung laufen zentral, jeder Abnehmer erhält eine eigene Zählung und bleibt technisch entkoppelt. Der Hub eignet sich für Colocation-Standorte und Gewerbeparks, bei denen die Abwärme gleich in ein Wärmenetz eingespeist werden soll.
- Zentrale Erzeugung, verteilte Abnahme über Kaltwassernetz
- Zählung und Abrechnung je Abnehmer
- Direkte Anbindung an Wärmerückgewinnung und Wärmenetz
Kältemittel und F-Gase-Verordnung
Die seit März 2024 geltende F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 verknappt teilfluorierte Kältemittel über sinkende Quoten und verbietet ab 2027 neue Kaltwassersätze mit Kältemitteln ab einem Treibhauspotenzial (GWP) von 750, bei kleinen Geräten bis 12 kW bereits ab 150. Damit scheiden R-410A und R-134a für Neuanlagen aus, und der Service von Bestandsanlagen mit frischen Kältemitteln hoher GWP-Werte läuft stufenweise aus. Neuanlagen werden deshalb mit Kältemitteln niedrigen Treibhauspotenzials wie R-1234ze, R-513A oder R-454B oder mit natürlichen Kältemitteln wie Propan (R-290) und Ammoniak ausgelegt. Die unter REACH diskutierte PFAS-Beschränkung kann fluorierte Kältemittel zusätzlich treffen; natürliche Kältemittel sind davon nicht betroffen.
- Kältemittelwahl nach GWP, Verfügbarkeit und Sicherheitsklasse
- Dichtheitsprüfungen nach F-Gase-Verordnung im Betrieb
- Ersatz von Bestandsanlagen mit R-410A oder R-134a rechtzeitig planen
Kühlverfahren im Vergleich: Leistungsdichte, Temperaturen und Abwärme
Welche Technik passt, entscheidet vor allem die Leistungsdichte je Rack. Die Tabelle ordnet die Verfahren nach Einsatzbereich, Temperaturniveau, Anteil freier Kühlung und Eignung für die Abwärmenutzung.
| Verfahren | Leistungsdichte je Rack | Zuluft oder Vorlauf | Freie Kühlung | Abwärme | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|---|
| Umluftkühler (CRAC/CRAH) mit Einhausung | bis etwa 15 kW | Zuluft 18–27 °C, Kaltwasser 18–24 °C | hoch bei angehobener Zuluft | 30–40 °C, Luft | Klassische IT-Flächen, Bestand |
| Reihenkühler zwischen den Racks | 15–30 kW | Kaltwasser 18–24 °C | hoch | 30–40 °C, Luft | Verdichtete Reihen, Erweiterung im Bestand |
| Rücktürkühler | 20–40 kW | Kaltwasser 18–24 °C | hoch | 35–45 °C, Wasser | Einzelne Hochleistungsracks in luftgekühlten Räumen |
| Direct-to-Chip-Flüssigkühlung | 40 bis über 130 kW | Warmwasser 32–45 °C (ASHRAE W32–W45) | ganzjährig, meist ohne Kältemaschine | 45–60 °C, Wasser | GPU- und KI-Cluster, HPC |
| Immersionskühlung | 50 bis über 200 kW | Fluid 35–50 °C | ganzjährig | 45–60 °C, Fluid | Höchste Dichte, angepasste Hardware und Wartung |
| Direkte freie Kühlung | bis etwa 15 kW | Gefilterte Außenluft, Zuluft bis 27 °C | sehr hoch, klimaabhängig | 30–40 °C, Luft | Standorte mit geeignetem Klima und sauberer Außenluft |
Richtwerte aus der Praxis; die Grenzen verschieben sich mit Einhausung, Zulufttemperatur und Hardware. Die Fachbetriebe legen die Anlage auf Ihre Leistungsdichte aus. Die Temperaturniveaus der Abwärme vertieft die Seite Abwärmenutzung.
Kältemittel im Vergleich: GWP, Sicherheitsklasse und Status nach F-Gase-Verordnung
Für Neuanlagen zählen Treibhauspotenzial, Sicherheitsklasse und künftige Verfügbarkeit. Die Tabelle zeigt gängige Kältemittel für Kaltwassersätze und Umluftkühler im Rechenzentrum.
| Kältemittel | GWP | Sicherheitsklasse | Status nach (EU) 2024/573 | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| R-410A | rund 2.090 | A1, nicht brennbar | Neue Kaltwassersätze ab 2027 verboten (GWP ab 750) | Bestand: Ersatz rechtzeitig planen |
| R-134a | rund 1.430 | A1 | Neue Kaltwassersätze ab 2027 verboten | Bestand: Ersatz rechtzeitig planen |
| R-407C | rund 1.770 | A1 | Neue Kaltwassersätze ab 2027 verboten | Bestand: Ersatz rechtzeitig planen |
| R-32 | rund 675 | A2L, schwer entflammbar | Zulässig über 12 kW; bis 12 kW ab 2027 nicht mehr (GWP ab 150) | Übergang für Split- und Kompaktgeräte |
| R-454B | rund 465 | A2L | Zulässig | Ersatz für R-410A in Neuanlagen |
| R-513A | rund 630 | A1 | Zulässig | Ersatz für R-134a in Kaltwassersätzen |
| R-1234ze(E) | unter 10 | A2L | Zulässig; PFAS-Beschränkung im Blick behalten | HFO für große Kaltwassersätze |
| R-290 Propan | 3 | A3, brennbar | Zulässig, natürliches Kältemittel | Kaltwassersätze im Freien, Sicherheitskonzept nötig |
| R-744 CO₂ | 1 | A1 | Zulässig, natürliches Kältemittel | Hochdruckanlagen, Kälte-Hubs |
| R-717 Ammoniak | 0 | B2L, toxisch | Zulässig, natürliches Kältemittel | Große zentrale Kälteerzeugung |
GWP-Werte nach dem vierten IPCC-Sachstandsbericht, wie sie die F-Gase-Verordnung zugrunde legt; Sicherheitsklassen nach ISO 817 und EN 378. Der Service mit frischen Kältemitteln hoher GWP-Werte wird stufenweise eingeschränkt; Dichtheitsprüfungen im Betrieb beschreibt die Seite Service und Monitoring.
Wann Rechenzentren eine neue Kühlung brauchen
Die meisten Anfragen entstehen aus einer dieser Situationen. Nennen Sie in der Anfrage den Anlass, dann stellen wir den Kontakt zu Partnerfirmen mit genau dieser Erfahrung her.
Steigende Leistungsdichte im Bestand
Neue Server und GPU-Systeme bringen 20, 40 oder 80 kW je Rack. Die vorhandene Luftkühlung reicht nicht mehr, gefragt sind Reihenkühler, Einhausung oder Flüssigkühlung.
Kältemaschine am Ende der Nutzungsdauer
Anlagen mit Kältemitteln hohen Treibhauspotenzials wie R-410A oder R-134a und hohem Stromverbrauch werden ersetzt. Der Tausch lässt sich mit einem Wechsel auf freie Kühlung und höhere Vorlauftemperaturen verbinden.
Erweiterung oder Neubau
Neue Flächen brauchen ein Kältekonzept, das mit den Ausbaustufen wächst. Planung und Ausführung kommen aus einer Hand oder werden getrennt vergeben, siehe Neubau und Erweiterung.
Effizienzprogramm und gesetzliche Vorgaben
Ein zu hoher PUE-Wert verursacht laufende Kosten und kollidiert mit den Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes. Freie Kühlung und angehobene Temperaturen sind die schnellsten Hebel.
Serverraum und Edge-Standort
Auch kleine Standorte mit wenigen Racks brauchen eine sichere Kühlung mit Redundanz und Alarmierung. Die Partner planen Splitgeräte, Reihenkühler und kompakte Kaltwasserlösungen.
Rechner
Kälteleistungs-Rechner: Kältebedarf, Luftmenge und passendes Kühlverfahren
Aus IT-Last und Rackzahl schätzt der Rechner Kälteleistung, Leistungsdichte, Luftvolumenstrom und den Anteil freier Kühlung in Mitteleuropa. Die Werte sind Richtwerte für das Erstgespräch mit dem Kälteanlagenbauer, keine Auslegung.
- Erforderliche Kälteleistung
- kW
- Leistungsdichte je Rack
- kW
- Installierte Kälteleistung mit Reserve, zum Beispiel
- Luftvolumenstrom der Umluftkühler
- m³/h
- Freie Kühlung in Mitteleuropa
- Passendes Kühlverfahren
Annahmen: Kälteleistung gleich IT-Last plus 10 Prozent für USV-Verluste, Beleuchtung und Personen; Luftmenge aus Dichte 1,2 kg/m³ und Wärmekapazität 1,005 kJ/kgK; Anteil freier Kühlung als Jahresrichtwert für mitteleuropäisches Klima. Alle Rechner im Überblick: Rechner und Tabellen.
Beispielprojekte: Rechenzentrum Kühlung
Drei anonymisierte Beispiele zeigen, wie solche Vorhaben in der Praxis ablaufen: Ausgangslage, Lösung und Ergebnis. Die Eckdaten sind gerundet, die Beschreibungen anbieter- und herstellerneutral.
Bestandsrechenzentrum auf freie Kühlung umgerüstet
- Ausgangslage
- Ein Unternehmensrechenzentrum betrieb zwei Kaltwassersätze aus dem Jahr 2008 mit R-407C, Vorlauf 12 °C, ohne freie Kühlung. Der PUE lag im Jahresmittel bei 1,8, die Grenzwerte des Energieeffizienzgesetzes waren nicht erreichbar.
- Lösung
- Ein Kälteanlagenbauer ersetzte die Erzeuger in zwei Abschnitten durch Kaltwassersätze mit integrierter freier Kühlung und einem Kältemittel niedrigen Treibhauspotenzials. Der Vorlauf wurde auf 20 °C angehoben, die Racks mit einer Kaltgang-Einhausung versehen; während der Umschaltung sicherte eine Mietkälteanlage den Betrieb.
- Ergebnis
- Der Kältestrombedarf sank um rund 45 Prozent, der PUE auf etwa 1,35. Damit ist der Grenzwert von 1,3 für 2030 mit weiteren Temperaturanpassungen erreichbar; die IT lief während der gesamten Bauzeit ohne Unterbrechung.
GPU-Cluster mit Direct-to-Chip-Kühlung im Bestand
- Ausgangslage
- Für ein KI-Trainingscluster sollten zwölf Racks mit je 80 kW in ein bestehendes, luftgekühltes Rechenzentrum einziehen. Die vorhandene Kälteanlage hätte die Last weder luftseitig noch von der Leistung her abführen können.
- Lösung
- Ein Fachbetrieb für Flüssigkühlung installierte Kühlverteiler je Reihe und einen separaten Warmwasserkreis mit 35 °C Vorlauf, der über einen Trockenkühler auf dem Dach ganzjährig ohne Kältemaschine rückgekühlt wird. Die verbleibende Luftlast von etwa 20 Prozent übernehmen Rücktürkühler.
- Ergebnis
- Rund 1 MW zusätzliche IT-Leistung ohne Erweiterung der Kälteerzeugung. Die Abwärme fällt mit 45 °C an und wird seit dem Folgejahr für die Beheizung des angrenzenden Bürogebäudes genutzt.
Redundante Kühlung für einen Serverraum in der Produktion
- Ausgangslage
- Ein Industriebetrieb kühlte den Serverraum seiner Fertigung mit einem einzelnen Splitgerät ohne Redundanz und ohne Alarmierung. Ein Ausfall an einem Wochenende hatte die Produktion für Stunden gestoppt.
- Lösung
- Ein Kälteanlagenbauer aus der Region installierte zwei Reihenkühler mit Direktverdampfung in N+1-Auslegung, eine Kaltgang-Einhausung und Temperatursensoren mit Aufschaltung auf die Leitstelle des Werks. Die alte Anlage blieb als dritte Rückfallebene bestehen.
- Ergebnis
- Der Raum verträgt seither den Ausfall eines Geräts ohne Temperaturanstieg, Störungen erreichen die Bereitschaft innerhalb einer Minute. Die Umsetzung dauerte vom Erstgespräch bis zur Abnahme sechs Wochen.
Die Beispiele sind anonymisiert und beschreiben typische Vorhaben. Firmennamen, Standorte und Produkte nennen wir nur mit Freigabe der Beteiligten.
Kostenfaktoren für Kälte & Klimatisierung
Die Kosten einer Rechenzentrum Kühlung hängen weniger von der Gerätewahl als von Leistung, Redundanz und Einbindung ab. Diese Faktoren bestimmen jedes Angebot:
- Kälteleistung in kW und geplante Ausbaustufen
- Redundanzniveau N+1 oder 2N für Erzeuger, Pumpen und Umluftkühler
- Anteil freier Kühlung, abhängig von Standortklima und Zulufttemperatur
- Vorlauf- und Rücklauftemperatur des Kaltwassernetzes
- Kältemittel und Verfügbarkeit unter der F-Gase-Verordnung
- Einbindung im laufenden Betrieb mit temporärer Kälte statt Abschaltfenster
- Hydraulik, Leitungswege und Stellflächen für Außengeräte
- Regelung, Monitoring und Einbindung in die Gebäudeleittechnik
Diese Angaben brauchen Anbieter für ein Angebot
Diese Eckdaten brauchen Kälteanlagenbauer für ein belastbares Angebot. Was Sie noch nicht wissen, klären wir im Rückruf.
- 01 IT-Last heute und im Endausbau in kW
- 02 Leistungsdichte je Rack und Anzahl der Racks
- 03 Bestandsanlage: Art, Alter, Kältemittel, bekannte Schwachstellen
- 04 Gefordertes Redundanzniveau und zulässige Zulufttemperatur
- 05 Platz für Außengeräte, Rückkühler oder Kaltwassersätze
- 06 Zeitfenster: Umbau im laufenden Betrieb oder Abschaltung möglich
Häufige Fragen zum Thema Kälte & Klimatisierung
Was kostet die Kühlung eines Rechenzentrums?
Die Investition richtet sich nach Kälteleistung, Redundanz und Einbindung; belastbare Zahlen liefert erst ein Angebot auf Basis Ihrer Eckdaten. Im Betrieb entfallen bei klassischer Luftkühlung häufig 30 bis 40 Prozent des Gesamtstroms auf die Kühlung. Freie Kühlung und höhere Vorlauftemperaturen senken diesen Anteil deutlich, deshalb lohnt der Blick auf die Betriebskosten über die gesamte Nutzungsdauer.
Welche Kühlung ist für ein Rechenzentrum am effizientesten?
In Mitteleuropa erreicht indirekte freie Kühlung in Kombination mit Kalt- und Warmgang-Einhausung und angehobenen Zulufttemperaturen die niedrigsten PUE-Werte bei Luftkühlung. Bei hohen Leistungsdichten ist Flüssigkühlung direkt am Prozessor effizienter, weil sie mit hohen Rücklauftemperaturen arbeitet und die Kältemaschine oft ganz entbehrlich macht.
Ab welcher Leistungsdichte lohnt sich Flüssigkühlung?
Als Faustwert gilt: Bis etwa 20 kW je Rack reicht Luftkühlung mit Einhausung, zwischen 20 und 40 kW helfen Reihenkühler und Rücktürkühler, darüber wird Direct-to-Chip- oder Immersionskühlung wirtschaftlich. GPU-Systeme für KI-Anwendungen liegen bei 100 kW und mehr je Rack und werden von Beginn an flüssig gekühlt. Den Richtwert für Ihre Anlage liefert der Kälteleistungs-Rechner.
Welche Zulufttemperatur ist im Rechenzentrum zulässig?
Die ASHRAE-Empfehlung für die Zuluft an den Racks liegt bei 18 bis 27 °C (Klassen A1 bis A4); für dicht gepackte Hochleistungssysteme nennt die Klasse H1 18 bis 22 °C. Zulässig sind je nach Geräteklasse bis 32 °C (A1) oder 35 °C (A2). Jedes Grad mehr Zulufttemperatur erweitert die Stunden mit freier Kühlung. Das Energieeffizienzgesetz verlangt für Rechenzentren, die seit 2024 in Betrieb gegangen sind, eine Lufteintrittstemperatur von mindestens 27 °C; kälter darf nur gefahren werden, wenn dafür keine Kältemaschine läuft. Für ältere Anlagen gilt bis Ende 2027 eine Übergangsstufe von 24 °C.
Kann die Kühlung im laufenden Betrieb erneuert werden?
Ja. Üblich ist der Umbau in Abschnitten mit einer mobilen Mietkälteanlage, die den Betrieb während des Tauschs sichert. Vorbereitete Anschlusspunkte am Kaltwassernetz und ein Umschaltkonzept verkürzen das Risiko auf wenige Minuten je Umschaltung.
Welche Kältemittel sind zukunftssicher?
Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial: HFO-Kältemittel wie R-1234ze, Gemische mit GWP unter 750 wie R-513A oder R-454B sowie natürliche Kältemittel wie Propan (R-290), CO₂ (R-744) und Ammoniak (R-717). Die F-Gase-Verordnung verbietet ab 2027 neue Kaltwassersätze mit R-410A oder R-134a; wer heute investiert, wählt ein Kältemittel, das auch die diskutierte PFAS-Beschränkung übersteht. Natürliche Kältemittel sind davon unberührt, verlangen aber Sicherheitskonzepte für Brennbarkeit oder Toxizität.
Wie viele Angebote erhalte ich für die Kühlung?
Bis zu drei. Wir wählen Fachbetriebe aus, die fachlich zur Technik und regional zum Standort passen, und stellen den Kontakt persönlich her. Für Sie entstehen dabei keine Kosten.
Anfrage zu diesem Thema
Kontakt zu Experten für Kälte & Klimatisierung aufnehmen
Die Anfrage zu diesem Thema stellt nur Fragen, die die Fachfirmen für ein belastbares Angebot brauchen. Was Sie noch nicht wissen, lassen Sie offen. Wir klären es im Erstgespräch und stellen dann den direkten Kontakt zu bis zu drei Partnerfirmen in Ihrer Region her.
- 1Anlass
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- 3Kälteleistung
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- 5Redundanz
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